Adam Szymczyks Bewerbungstext „Learning from Athens“: Begriffsanalyse

 

ANLEITUNG UND ERLÄUTERUNG DER INHALTE

Die Ergebnisse unserer Analysen wurden hier mithilfe der Präsentationssoftware „Prezi“ aufbereitet. Sie können einfach dem vorher festgelegten Verlauf folgen, indem Sie auf den Rechts-Pfeil klicken. Sie können aber auch selbst mit dem Mauszeiger ‘die Prezi‘ bewegen und hinein- oder herauszoomen.

Wir betrachten den Text, den der Leiter der diesjährigen documenta, Adam Szymczyk, bei seiner Bewerbung vortrug und später auch bei der öffentlichen Verlautbarung (2014) des Konzepts „Learning from Athens“ als Initiationstext des documenta-14-Diskurses wiederholte. Durch diesen Text wurden zwei zentrale Tatsachen geschaffen: Adam Szymczyk wurde zum Künstlerischen Leiter der d14 ernannt und seine Argumentation wurde als so schlüssig wahrgenommen, dass die documenta 14 parallel in Athen und Kassel stattfindet.

Diese Schlüssigkeit ist das Ergebnis der Präsentation prägnanter Leitkonzepte im Text. In den drei Kreisen sehen Sie zentrale Ausschnitte aus Szymczyks „Learning from Athens“-Vortrag. In jedem der Zitate sind sprachliche Muster farblich hervorgehoben, die ein jeweiliges Konzept anzeigen, z.B. im grünen Kreis „backwards“ und „past“ für das Konzept Zeit und Raum oder im lilafarbenen Kreis „change“ und „transformation“ für das Konzept Wandel statt Wiederholung.

Diese Konzepte prägen das Sprechen über die documenta 14 und legen damit nahe, wie die Ausstellung wahrgenommen und beurteilt wird. Sie finden sich entsprechend auch in anderen Zitaten wieder, was durch die Pfeile zwischen den Kreisen beispielhaft dargestellt ist. Alle drei Konzepte häufen sich bereits in der Konklusion Szymczyks in auffällig dichter Weise; auf ihrer Basis kann er überzeugend für Athen als zweiten Ausstellungsort plädieren.

Aber diese Sprachmuster ziehen sich nicht nur durch Szymczyks Text. Sie prägen auch den Fortgang der Kommunikation in der und über die documenta 14 – beispielsweise in der Einführung des Katalogs der d14, dem sogenannten „Daybook“. So finden sich Junktoren wie „instead of“ gehäuft in Szymczyks Text, ebenso „statt“ und „stattdessen“ im Daybook. Sie stehen für das Konzept Wandel statt Wiederholung: Statt etwas Erwartbarem will die documenta Wandel bieten, der sich schließlich auch in einer kommunikativen Erneuerung zeigt (orangefarbene Hervorhebungen).

Weitere Analysen werden nach und nach ergänzt.

(Text, Analyse und grafische Aufbereitung: Paul Reszke)